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Die Ungewöhnliche Geschichte der Entdeckung von Dutching


Das Wort „Dutching“ hat seinen Ursprung von einem echten Gangster, dem US-amerikanischer Mobster und Bandenchef, Dutch Schultz. Es ist eine interessante Geschichte, die man kennen sollte, bevor man diese Wetttechnik zum Einsatz bringt.

Porträt einer jungen Geschäftsfrau mit Rechner und LupeBild: allstars (Shutterstock)

Schultz, geb. Arthur Flegenheimer, Sohn jüdischer Eltern, die aus Deutschland nach New York ausgewandert waren, war ein mächtiger Gangster in New York City. Er machte sein Vermögen in organisierten Verbrechen wie Alkoholschmuggel.

Mit dem Ende der Prohibition musste der Schultz sich jedoch neue Einnahmequellen erschließen und seine Antwort kam mit Otto „Abbadabba“ Berman und dem Harlem Zahlenracket.

Das Zahlenspiel

Beim Zahlenspiel, dem Vorläufer der „Pick 3“ -Lotterie, picken die Spieler drei Zahlen, die dann aus der letzten Zahl vor dem Dezimalpunkt der „Handle“ an der Rennstrecke abgeleitet wurden.

Klingt kompliziert? Ließ sich aber sehr gut ausnutzen! Hier ist die Erklärung…

Ein „Handle“ ist die Gesamtsumme der Wetten an einem bestimmten Track an einem bestimmten Tag. Es ist eine sehr große Zahl, heutzutage vielleicht nahe einer Million Dollar, was es früher war, ist nicht bekannt. Es setzt sich aus Tausenden von Einzelwetten in unterschiedlichen Beträgen zusammen. Die ersten drei Ziffern sind jedoch alles andere als zufällig, und Schultz lernte dies auszunutzen.

Dieses illegale Zahlenspiel, auch bekannt als Zahlenracket, Policenracket oder italienische Lotterie wird übrigens heute immer noch in den USA gespielt, jedoch sind in den letzten Jahren die letzten drei Ziffern die „Handle“ und nicht die ersten drei. Dies ist nicht mehr so leicht manipulierbar, was das Spiel jedoch nicht weniger illegal macht.

Berman und Schultz

Berman war ein Buchhalter, bekannt für seine Fähigkeit, komplexe mathematische Gleichungen und algebraische Ausdrücke in Sekundenschnelle im Kopf zu rechnen, ohne den Einsatz von Papier oder Stift. In den 1930er Jahren avancierte er zum Buchhalter und Berater des Gangsters Dutch Schultz.

Berman konnte in Sekundenschnelle gedanklich den minimalen Geldbetrag berechnen, den Schultz brauchte, um in letzter Minute auf der Rennstrecke zu wetten, um eine Änderung des „Handle“ herbeizuführen.

Diese Strategie sorgte dafür, dass Schultz kontrollieren konnte, welche Zahlen gewannen, was in Harlem zu einer größeren Zahl an Verlierern führte und für Schultz ein millionenschweres, steuerfreies Einkommen pro Monat garantierte. Berman wurde angeblich $10.000 pro Woche für seinen wertvollen Dienst bezahlt.

Die ‚Entdeckung‘ von Dutching

Während der Dutch (zu Deutsch: Niederländer) viel Zeit auf der Rennstrecke verbrachte und das „Handle“ dort manipulierte, entwickelte er (ob aus Langeweile?) eine Wettmethode auf mehrere Pferde gleichzeitig zu setzen, die ihm bei einem Rennen zusagten, um unabhängig davon, wer gewinnen sollte, immer die gleiche Auszahlung zu erhalten.

Dies ist heute bekannt als Dutch System oder einfach Dutching.

Es liegt auf der Hand, dass Schultz fürs Spielen die Hilfe seines Mathematik-Genies Berman brauchte, jedoch im Vergleich zum Zahlenracket ist Dutching kein illegales, sondern ein völlig legitimes System.

In den 1930er Jahren wurde Otto Berman auf dem Track benötigt, da er in der Lage war, komplexe mathematische Gleichungen und algebraische Ausdrücke innerhalb von Sekunden im Kopf zu berechnen. Heutzutage gibt es Taschenrechner und es bedarf nicht des Geistes eines Genies.

Dutching hilft, solide mit Wetten Geld zu verdienen. Schultz hat’s vorgeführt und viele nach ihm haben‘s erfolgreich nachgeahmt.

Die heute am meisten genutzte und bekannteste Dutchmethode unter Wettfreunden ist Arbitrage. Es gibt jedoch viele mehr, aber mehr dazu in einem anderen Artikel.

Wer nach dem Lesen dieses Artikels Lust verspürt, etwas mehr in die New Yorker Gangsterwelt der 30-er Jahre einzutauchen, dem seien ein Buch und Film ans Herz gelegt, in welchen auch Dutch Schultz eine Rolle spielt…

Billy Bathgate: Roman

Billy Bathgate erzählt die mitreißende Geschichte eines New Yorker Straßenjungen, der als Lehrling und Vertrauter des Gangsterbosses Dutch Schultz Glanz und Brutalität der Unterwelt erlebt. Ein Klassiker der amerikanischen Literatur.

New York 1935. Im Schatten der schäbigen Mietskasernen der Bronx begegnet Billy Bathgate, ein vaterloser Straßenjunge mit einer verrückten Mutter, seinem Idol, dem großen Gangster Dutch Schultz.

Dutch, wie Billy ein Kind der Bronx, hat während der Prohibition durch Bierschmuggel ein Vermögen angehäuft, das er nun durch illegale Wetten und dubiose Geschäfte kräftig vermehrt. Die großen Limousinen, die grobschlächtigen Leibwächter, die bestechende Macht des Geldes – all das fasziniert Billy.

Mit List dient er sich als Lehrling an, um den Traum vom Aufstieg irgendwann einmal selbst verwirklichen zu können. Auch Dutchs schöne Freundin, die träumerische Drew Preston, weckt Billys Fantasien. Als Dutch von mehreren Seiten bedrängt wird und zu immer brutaleren Mitteln greift, muss sich Billy entscheiden.

Billy Bathgate: Der Film

Der Roman, 1989 in den USA erschienen, gilt mittlerweile als Klassiker der Gangsterliteratur und wurde 1991 mit Dustin Hoffman und Nicole Kidman in den Hauptrollen verfilmt.

Obwohl Billy ein fiktiver Charakter ist, repräsentieren die meisten anderen Charaktere des Films echte Leute aus dem New York der 1930er Jahre, darunter auch Schultz, gespielt von Dustin Hoffman.


Last Update: 31 Oktober 2017

Kategorien:Fußball & Wetten Matched Betting Orientierungshilfe



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