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Was ist Sharp Betting? Wie wetten Profis?


Sharp Betting bedeutet, dass der Spieler stets zu seinem Vorteil wettet. Sharp Spieler suchen ganz bewusst nach schlechten Quoten und Fehlern im Markt.

Verkehrszeichen zeigt Gewinn und Verlust

Der Begriff kommt aus dem amerikanischen Sprachraum und bezeichnet entsprechende Spieler als sharp player (engl. sharp = schlau, scharfsinnig).

Geschichtlich kommt der Begriff „Sharp Betting“ jedoch von einer ganz anderen Seite. Professionelle Spieler, die sich im 18./19. Jahrhundert als sharpers bezeichneten, waren in der Regel unehrlich, drehten Spiele zu ihrem Vorteil und betrogen.

Methoden, um mit Wetten Gewinne zu erzielen

Spielmanipulation und Betrug zur Seite geschoben, gibt es nur drei Methoden, um mit Sportwetten auf lange Sicht Gewinne zu erzielen, wenn man nicht selbst als Buchmacher tätig ist:

  1. Arbitrage
  2. Trading
  3. Sharp Betting

Ich spreche hier im Blog vorwärts, rückwärts und seitwärts über Value Wetten, erkläre Wettquotenkalkulation, analysiere Strategien… Diese Methodologie ist sogenanntes Sharp Betting.

Der Spieler versteht Wettquoten und entwickelt eine funktionierende Strategie, die ihm (dem Spieler) einen langfristigen mathematischen Vorteil bringt und Gewinne einfährt. Es ist nicht notwendig, Spiele zu manipulieren. Es reichen schlechte Wettquoten und Auffinden von Fehlern im Markt.

Auch zu Arbitrage habe ich eine gute Anzahl an Artikeln veröffentlicht. Trading lasse ich jedoch weg, da man als Einzelperson nur soviel erklären, erläutern und machen kann, wie der Tag lang ist.

Sharp Betting: Sportwetten als professionelle Einnahmequelle

Viele der Methoden, die ich hier vorstelle, beruhen auf Bewertungsmodellen für Aktien und Wertpapiere wie auch statistische Schätzungsmethoden aus der Versicherungsmathematik.

Auf Fußballwetten übertragen, lassen sich mit verschiedensten Analysemethoden quotentechnische Fehleinschätzungen von Buchmachern bzw. des allgemeinen Wettmarktes erkennen.

Fußballwitwe beschäftigt sich also mit “Sharp Betting”, einer technisch-mathematisch statistischen und fundamentalen Herangehensweise an Spielprognosen und professionelles Wetten. Wie bei Aktien gibt es jedoch leider keine goldene Regel für die Bestimmung des wahren Wertes einer Wette. Modelle bieten nur Hilfestellungen, garantieren aber niemals Erfolg.

Der Fokus liegt ständig auf der Frage, ob der Erwartungswert der Ereignisse über bzw. unter dem durch die Gewinnquote implizierten Wert liegt. Dass diese Herangehensweise erfolgreich angewendet werden kann, hatte ich 2012 im Betfair Blog öffentlich vorgeführt und gezeigt: Spiel Previews Auswertung: 274 Value Wettempfehlungen, 7 Monate – Juni 2012

“Sharp Betting” erfordert ein immens gutes Verstehen von Wettquoten und Märkten, Mathematik, Statistik und Wahrscheinlichkeiten. Es ist Wetten mit System, aber kein Systemwetten!

“Sharp Betting” ist:

  • Es gewinnt eine erwartete Prozentzahl an Wetten (jedoch nicht jede Wette)
  • Verluste sind eingeplanter Teil des Wettportfolios
  • Es wird nur gewettet, nachdem ein Spiel und die Wettquoten analysiert wurden
  • Es wird nur gewettet, wenn die Wettquoten Value enthalten
  • Es wird NICHT gewettet, wenn die Erwartungswerte nicht stimmen
  • Es wird NICHT gewettet, wenn es zu viele unbekannte Faktoren in einem Spiel gibt, die das Ergebnis beeinflussen könnten
  • Emotionen spielen keine Rolle
  • Es gibt einen Money Management Plan, dem gefolgt wird


Methoden und Techniken zum Erkennen von Value Wetten

Es gibt eine große Vielzahl an Techniken und Instrumenten, von denen der “Sharp Bettor” letztendlich seine eigene, zu im persönlich passende, Methodik heraussuchen und finden muss.

Eine allgemeingültige Blaupause für alle möglichen Eventualitäten gibt es nicht, dafür ist der Markt zu groß und der Variablen zu viele. Auch sind Sportwetten im Gegensatz zum Aktienmarkt weitaus weniger erforscht und es findet sich nur wenig Literatur dazu.

Man kann jedoch viele Gleichnisse aus der Wertpapieranalyse ziehen und dort erforschte und beschriebene technische Analyseinstrumente anwenden, damit vergangene Entwicklungen deuten und Prognosen für die Zukunft treffen.

Eine Methodologie zum Erkennen von Value Wetten, Kalkulieren von ‚fairen‘ Wettquoten, Berechnung möglicher Erträge habe ich in meinem Kurs – Wetten auf Über/ Unter X Tore beschrieben. Der Leser lernt dort Schritt-für-Schritt die Herangehensweise an eine professionelle Wettauswahl.

Strategiewetten Außerhalb Populärer Märkte

Die wohl absolut populärste Wettart sind Tipps auf einen Sieg oder Unentschieden, d.h. Wetten auf den Ausgang des Spieles nach 90 Minuten.

Lieber Sportfreund, bitte mach dir nichts vor! 90 Minuten sind jedoch eine sehr, sehr lange Zeit. Da kann viel passieren! Nicht nur Verletzungen der Spieler, sondern rein menschlich gesehen… man wird müde! Egal wie professionell und gut durchtrainiert man ist.

Buchmacher bewerben diese Wetten, weil da so schön viel Zufall eine Rolle spielt. Einfach ideal für’s Business (der Buchmacher, nicht der Spieler!).

Was jedoch den meisten Wettfreunden nicht wirklich bewusst ist, sind die statistisch äußerst interessanten und profitablen Halbzeitmärkte, d.h. Spielergebnisse nach 45 Minuten. Teams gehen die erste Halbzeit entweder besonders ruhig an (um Kräfte zu sparen), oder legen gleich los (um den Gegner einzuschüchtern). Man erkennt Verhaltensmuster ganz schnell, man muss nur etwas näher hinschauen.

Hier ein interessanter Artikel zum Thema Halbzeitwetten: Fußball Wetten sollten mit Strategien wie der 0:0 Halbzeitwette getätigt werden

Egal, ob eine 0:0 Halbzeitwette, oder Wetten gegen den Favoriten zur Halbzeit, oder Torewetten… Der Halbzeitmarkt hat eine Menge enorm valuehaltiger Wetten im Angebot. Der clevere Sportfreund, der ‚Sharp Bettor‘ wettet nicht dort, wo sich die großen Massen rumtreiben und Marketing der Buchmacher alle hinzieht. Der Sharp Bettor sucht sich seine Märkte aus!


lerne professionell zu wetten!
enträtselung der mathematik von buchmachern

Last Update: 16 Oktober 2015

Kategorien:Glückspiel Wissen Lernzentrum Sportwetten Lexikon



8 Responses to “Was ist Sharp Betting? Wie wetten Profis?”

  1. 3 März 2012 at 10:34 pm #

    Ich bin spät, liegt aber auch an dem Favoritensterben am Samstag und erklären kann man sich nicht alles 🙁

    Bayern war fast schon klar daher war die Tippart DCX1 auch eine gute Wahl nur das Bayern garkein Tor erzielt das hat auch mich verwundert.

    Bacelona bekommt gerade so die Kurve und Man City macht nicht mehr als es muss und daher war die Quote fürs Unter 2,5 für mich Value. Glück gehört auch dazu das kein Joker eingewechselt wurde. 🙂

    Hertha eine kleine Überraschung oder auch nicht, denn Rehagel muss an der Defensive schrauben, so wie Favre das bei Gladbach gemacht hat und das 0:0 von Wolfsburg ist auch nur logisch 🙂

    Aber das Juve ein 1:0 Führung abgibt und X spielt nicht, wobei Frankreich mein Grab am Samstag war hier war das Favoritensterben am häufigsten vorhanden 🙁

    Und meine Berechnung hatte einige 3+ also Over 2,5 Tore im Spiel und 2+ herausgeworfen, nur leider haben das die Favoriten wohl nicht gelesen 🙁

    Lyon 2:0 verloren und kein Tor erzielt auswärts
    St. Etienne 0:2 verloren und kein Tor zuhause erzielt
    Marseille 0:1 verloren und mal garnichts auf die Reihe bekommen
    Bordeaux hat zwar verloren (Heimquote 1,60) aber es ist das 3+ geworden
    Dijon geht 1:0 in Führung und am Ende das 1:1 was abzu sehen war bei der Auswärtsstatistik.

    O.k. hat eigentlich fast nix mit dem Artikel hier zu tun, außer das ich jetzt weis was ich für ein Tipper sein sollte 🙂 Sharp Bettor und im Wettfonds läuft es zwar nicht super, aber es könnte ein Gewinn bei raus kommen.

    Denn oh weh ich habe es geschafft einige Spiele mit Über zu tippen, weil ich errechnet hatte, das der Favorit zuhause mehr als 1 Tor erzielt und gewinnen könnte und schwups war Bochum dabei.

    Was mich aber am meisten ärgert, mein 0815 20er Kombi für wenig Geld ist wegen einem Spiel schon jetzt kaputt 🙁 o.k. sind noch welche offen aber so viele richtig
    und das ist wohl das schwere ! Bei 271 Spielen aus der Liste dann auch die richtigen raus zu suchen. 🙁

    Kannst Du mir mal erklären was das für ein Phänomän ist ? Pilzen spielt zuhause
    für mich Value und Heimsieg, führt 1:0 und am Ende wird es nur ein 1:1 gegen Dukla Prag 🙁 . Jetzt spielt man gegen den Tabellenführer und gewinnt Auswärts 1:3 und was für eine Quote 🙂 nur ich habe wegen genau diesen beiden die Liga erst mal gestrichen, weil Rückrunden start und weil die nicht so gespielt haben wie die Wahrscheinlichkeit es vorgegeben hat und das an einem Spieltag.

    O.k. eigentlich müsste ich es wissen, aber warum passiert so was ? Da Du ja in GB wohnst, was sagst Du zu dem Ergebniss von Sheffield Utd ? Oder warum gewinnt Southampton nur 0:1 und das Tor ist so früh gefallen und Chancen waren da ohne Ende das es ein 1:4 hätte werden können ! Und genau das sind die Dinge die ich als Pech oder Glück bezeiche 🙂

    Letztes Beispiel ist AC Milan, Palermo der Heimtöter aber eine Quote von Über 5,XX für den Sieg und spielen gegen den Tabellenführer der mehr Verletzte hat als andere aber jedes Spiel meistens gewinnen. Und dann schiesst Ibra… Palermo alleine ab 0:4 und von Palermo kommt aber auch überhaupt nix .
    Liegt das an Italien, sollte man Ligen mit Manipulationsverdacht einfach nicht tippen?

    So ich wünsche einen schönen Sonntag liebe Grüße vom EuroCafe 🙂

  2. Soccerwidow
    3 März 2012 at 11:29 pm #

    Die Chance im heutigen Spiel, dass Bayern wenigstens ein Tor schießt, lag bei 86,5% (das sind 13,5% weniger als 100%!). In den letzten 25 Auswärtsspielen gab es 4 Spiele ohne einem Tor für Bayern (16%), d.h. dass Bayern München im Schnitt jedes 6. Spiel ohne Tor spielt, also ganz so selten passiert dass nun auch wieder nicht.

    Die anderen Spiele, die Du erwähnst, habe ich nicht analysiert und kann daher nichts dazu sagen, außer, dass es so gut wie unmöglich ist mit Kombiwetten zu gewinnen und diese daher der Buchmachers Liebling sind. Selbst, wenn man nur Spiele mit einer 90%-igen Wahrscheinlichkeit auswählt; potenziert man dies mit 20 ist die Chance, dass man diese Kombiwette gewinnt 12%, also etwa 1 mal in 10 Wetten. Die Wettquoten für Wetten mit einer 90%-gen Chance liegen bei Buchmachern bei 1,1 (oder sogar drunter) – d.h. dass die kombinierte Wettquote für 20 Wetten 6,7 ist… nun rechne das mal durch:

    10 mal wetten x 10 €
    9 mal verlieren = ./. 90 €
    1 mal gewinnen 10 € x 5,7 = 57 €

    Sattes Minus, was da rauskommt!

    Wünsche eine schöne Woche und liebe Grüße 🙂

  3. Kake
    22 März 2012 at 8:16 pm #

    Sportwetten hat nichts zu tun mit Kalkulation von Chancen und all diese Kake. Schau Dir zB. das Spiel Santander – Sevilla aus der spanischen Liga von heute Abend an, die Quoten hatten nichts mit den wirklichen Statistischen Chancen zu tun, wenn du mir nicht glaubst kannst sie mal nachrechnen.

    Ausserdem schau Dir mal alle kuriosen Resultate dieser Woche aus den europaeschin Ligen an. Fussball hat nichts mehr mit Sport zu tun, es sind einfach 22 programmierte Roboter die ein Ergebnis so erschaffen wie es sein muss.

  4. Soccerwidow
    23 März 2012 at 7:45 am #

    Hi Kake, ich habe mir das Spiel Santander v Sevilla angesehen und kann nicht wirklich verstehen, warum Du so emotional reagierst hat… Das Spielergebnis ist 0:3 und liegt vollkommen innerhalb der Erwartung. Die berechneten Wahrscheinlichkeiten waren wie folgt (vor’m Spiel):

    Santander 27%
    Unentschieden 40%
    Sevilla 33%

    Die Wahrscheinlichkeit für das Unentschieden mit 40% für dieses konkrete Spiel war für den Markt etwas zu hoch, da der spanische Durchschnitt bei nur 23,3% liegt. Im Markt wurde hier daher der Duchschnitt gebildet (40% plus 23,3%) geteilt durch 2 = 31,65% und hatte sich dann bei einer Quote von 3,3 eingependelt (30%). Diese “Korrektur” musste natürlich bei den anderen beiden Quoten ausgewogen werden, was hieß, dass Wetten auf Santander und Sevilla unter Preis angeboten wurden.

    Da ist aber nichts eigenartiges dabei, alles mathematisch völlig korrekt und passiert die ganze Zeit.

    Zu den “kuriösen Resultate dieser Woche aus den europäeschen Ligas” – weiß ich nicht, welche Du meinst, da müssest Du bitte etwas konkreter werden. Aber grundsätzlich gesprochen sind Ausreiser normal… Eine kleine Analogie: Die Mehrheit (70%) der Männer ist zwischen 170 am und 185 cm groß, aber Du wirst sicherlich schon mal in Deinem Leben erlebt haben, dass alle Leute, die Du neu kennengelernt hast, extrem groß oder extrem klein waren – wie “verhext”.

    Ich kann wirklich immer wieder nur meinen Kurs ans Herz legen und strengstens empfehlen, jegliche Emotionen beim Wetten komplett auszuschalten.

  5. Kake
    23 März 2012 at 6:49 pm #

    Hallo,

    Du hast Recht, aber die Quote fuer Sevilla war bei 2.20. Von 33.3% oder sagen wir mit Korrektur 37% ist ein kleiner Weg bis zu 45%. Die Quoten muessen irgendwie gesetzt werden, und ueblicherweise gibts nichts zu meckern aber manchmal werden sie 2 Wochen zuvor schon gesetzt und sind eigenartig weil sie so gut gesetzt sind.

    In vielen europaischen Liegen gab es Niederlagen oder Unentschieden der etablierten Teams. Es ist klar, dass diese nicht immer gewinnen koennen, aber wenn ein Team nicht interressiert ist zu gewinnen, dann geschieht dass auch nicht.

    Ihr Blog und Internetseite finde ich aber sehr interessant nachwievor, vielen Dank fuer die vielen Infos.

  6. Kake
    24 März 2012 at 3:30 pm #

    PS: noch ne kurze Frage: bei der Berrechnung der Wahrscheinlichkeiten und Quoten fuer die unter/ueber Maerkte verwenden Sie auch das sogennante „revert to mean“ Prinzip?

    Also zB. nachdem die Wahrscheinlichkeit fuer [Team A Heim unter/ueber] und [Team B Aussen unter/ueber] entsteht, und Durchschnitt gemacht wird, habe ich bemerkt dass die Betfair Quoten noch einmal Durschnitt mit den gegebenen unter/ueber der Liga gemacht wird. So entsteht eine mehr ausbalancierte Quote…

  7. Soccerwidow
    24 März 2012 at 5:11 pm #

    Korrekt beobachtet: zur Korrektur der Abweichung wird der Liga Durchschnitt hinzugezogen, sofern es nicht genug Daten in der Head-2-Head History gibt (beispielsweise zu einer Liga neu hinzugekommene Teams). Gibt es allerdings genug Daten im direkten Vergleich, dann spielen diese in der Formel eine größere Rolle als der Ligadurchschnitt.

  8. Ken Herms
    29 August 2015 at 2:14 pm #

    Konflikte durch das grundlegend andere Geschäftsmodell sogar gänzlich unbekannt, da der Betreiber dort selber keine Wetten annimmt, sondern lediglich vermittelt und unabhängig vom Spielausgang an den Vermittlungsgebühren verdient. Im Zuge einer derartigen Professionalisierung gibt es Einrichtungen wie Wettsyndikate, bei denen sich die Teilnehmer gegenseitig austauschen, um ihre Umsätze und damit Gewinne zu erhöhen.

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