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Yield, ROI (Kapitalrendite) und Rentabilität


Die Begriffe Yield (Ertrag) und ROI (Return on Investment) werden in der Wettwelt oftmals verwechselt und was noch schlimmer ist, es gibt eine gute Zahl von, vor allem englischsprachigen, Publikationen, die diese Begriffe durcheinanderbringen und Verwirrung stiften.

Heute daher ein Artikel, welcher diese Begriffe definiert und erklärt…

Lustiger Mann mit TaschenrechnerBild: hightowernrw (Shutterstock)

Einsatz (engl. Stake):

Der Einsatz ist die Summe an Geld, das man spielt, also einsetzt.

Der Spieler setzt (tippt) auf ein gewünschtes Ergebnis mit einer zweiten Partei, die seinen Einsatz akzeptiert, egal ob dies ein Buchmacher ist, oder eine anonyme Person / Gruppe an einer Wettbörse. Diese ‚Gegner‘ setzen eigenes Geld gegen die Auswahl des Spielers.

Sobald das Ereignis stattgefunden hat (das Ergebnis bekannt ist), werden die Einsätze in voller Höhe zurückerstattet.

Wurde die Wette gewonnen, erhält der Spieler seinen Einsatz zurück plus einem vorher vereinbarten Gewinn (was der verlorene Einsatz des Gegenspielers ist). Wenn die Wette verliert, ist der Einsatz des Spielers verloren und der Gegenspieler bekommt diesen als Gewinn ausgezahlt.

Technisch gesehen sind Einsätze somit Bürgschaften! Das heißt, mit dem Abschluss einer Wette leistet man eine kurzfristige Anzahlung, so dass die unterlegene Partei ihre Schuldverpflichtung an den Gewinner der Wette auszahlt.

Ertrag (engl. Yield)

Gewinn / Verlust-Verhältnis als Funktion des eingesetzten Gesamtkapitals (Gesamteinsatz)

YIELD:

Yield Formel

MS = Geld eingesetzt (engl. money staked)
∑ MS = Summe eingesetztes Geld (alles!, inklusive der zurückerstatteten Einsätze [Bürgschaften])
ML = Geld verloren (engl. money lost)
MW = Geld gewonnen (engl. money won) ⇒ Reinertrag; zurückgezahlte Einsätze sind „neutral“, keine Gewinne
PL = Gewinn/Verlust (engl. profit/loss) ⇒ äquivalent zum Bankwachstum, positiv oder negativ

PL [Gewinn / Verlust]=MW [Geld gewonnen]-ML [Geld verloren]


Beispiel:

Der Wetter platziert insgesamt 38 Wetten mit Einsätzen von jeweils 20 €, was sich zu einem Gesamteinsatz von 760 € summiert. Etliche der Wetten verlieren, manche gewinnen und die Bank wächst um 65€.

Yield Formel - Beispiel

Der Yield in diesem Beispiel beträgt somit 8,55%.

Yield ist ein englischsprachiger Ausdruck und bedeutet übersetzt „Ertrag“ bzw. „Ernte“.

Yield misst die Wetteffizienz gegenüber dem Gesamtumsatz. Je niedriger die Risikoaversion, d.h. je höher die Chancen des Wetters zu gewinnen, desto kleiner der Yield und umgekehrt.

Wenn in Foren Yield diskutiert wird, werden oftmals stolz große Yields vorgeführt. Dies ist jedoch ein Zeichen von sehr risikoreichen Strategien. Denn die Summe – ∑ MS [Geld eingesetzt] – beinhaltet alle Einsätze, einschließlich der nicht verlorenen, d.h. der zurückerhaltenen „Bürgschaften“.

In Abhängigkeit der Strategie kann ein erfolgreicher Wettfreund zwischen 5 und 10 Prozent Yield auf lange Sicht erreichen. Bei Fußballwetten gilt ein Yield über 7% als sehr, sehr gut!

Aufgabe:

Ein Wettfreund startet mit einer Anfangsbank von 100€ und einer Strategie, die ihm langfristig einen 7% Yield bringen wird. Seine individuellen Wetteinsätze betragen jeweils 10 € pro Wette, mit einer fast 100% Chance zu gewinnen. Er möchte 700€ gewinnen.

Wieviele male muss der Wettfreund setzen?

Yield ist NICHT das gleiche wie ROI (Return on Investment)!


Return on Investment (ROI) – KAPITALRENDITE

Gewinn / Verlust-Verhältnis als Funktion zur Investition (Kapital).

Investition: Langfristige Anlage finanzieller Mittel in Sach-, Finanz- oder sonstiges Vermögen, das nicht für den kurzfristigen Verbrauch bestimmt, sondern längerfristig, zukunftsorientiert dazu dienen soll, Nutzen (i. d. R. Einnahmen, Gewinne) zu erzielen.

KAPITALRENDITE:

ROI Formel



Wenn jemand systematisch wettet, dann wird immer wieder das Anfangskapital erneut umgesetzt.

Beispiel:

Wir kommen zum vorherigenden Beispiel zurück. Der Wetter hatte insgesamt 38 Wetten mit Einsätzen von jeweil 20 € platziert, was sich zu einem Gesamteinsatz von 760 € summiert hatte. Wir gehen davon aus, dass seine Anfangsbank 200€ betrug.

Etliche der Wetten hatten verloren, manche gewonnen, die Anfangsbank war jedoch um insgesamt 65€ gewachsen. Die „Investition“ (Anlage finanzieller Mittel) war die Anfangsbank, und der ROI berechnet sich wie folgt:

ROI Formel - Beispiel

Der ROI (Return on Investment) betrug somit 32,5%.

Die Kapitalrendite ist vor allem dann als Kennzahl geeignet, wenn das Vermögen einen starken Einfluss auf das Ergebnis hat (wie beispielsweise bei Arbitrage).

Dies ist jedoch wahrscheinlich bei vielen Wettfreunden eher selten der Fall. Es ist daher die nächste Formel – Rentabilität – welche die wichtigste für den Wettfreund ist.

Die ROI Formel ist der Yield Formel ähnlich, jedoch wird der Gewinn / Verlust anstatt ins Verhältnis zur Summe aller Einsätze (engl. turnover), ins Verhältnis zu der tatsächlichen „Investition“ (Anfangsbank) gesetzt.

Um mit sich ehrlich zu sein, sollte man jedoch auch noch andere Kosten zur Investition mit dazurechnen, wie Kosten für Hardware (Computer).

ROI wird immer für einen bestimmten festgelegten Zeitraum berechnet; in Finanzen normalerweise für ein Jahr, jedoch ist es auch üblich und akzeptabel ROI monatlich zu berechnen, oder, wenn man nur sehr selten wettet, dann den ROI für eine bestimmte Anzahl von Wetten.

Rentabilität

Die Rentabilität beschreibt das Verhältnis einer bestimmten Erfolgsgröße zu dem hierfür eingesetzten Kapital.

In anderen Worten… Die Rentabilität ist eine Kennziffer zur Erfassung des finanziellen Erfolges (operativen Gewinns), gemessen am eingesetzten Kapital.

Die Rentabilität ist eine der wichtigsten Kennzahlen, welche den operativen Erfolg messbar und kontrollierbar macht.

Die Rentabilität misst den operativen Gewinn.

Bestimmte Erfolgsgröße = Gewinn/Verlust aus den Wetten (operativer Gewinn/ Verlust)

Eingesetztes Kapital = alles, was mit dem operativen Geschäft (Wetten) im unmittelbaren Zusammenhang steht (Kosten)

Zur Vereinfachung kann man bei Sportwetten für die Berechnung der „Rentabilität“ nur das tatsächlich eingesetzte Kapital verwenden, also nur das verlorene Geld! Jedoch, streng genommen, sollte man eigentlich auch die zum Wetten verwendete eigene Zeit in Euro umrechnen und zu den Kosten hinzurechnen.

Im Gegensatz zum Yield, bei welchem der Umschlag (engl. turnover) aller Einsätze zählt, oder zur Kapitalrendite, bei welcher das Anfangskapital zählt, geht’s bei der Rentabilität um das eingesetzte (tatsächlich verlorene) Geld.

Dieser Messwert ist daher für Sportwetten die wichtigste Kennzahl.

RENTABILITÄT:

Rentabilität Formel

Beispiel:

Wieder zurück zum Beispiel der Person, die systematisch wettet und insgesamt 38 Wetten mit Einsätzen von jeweil 20 € platziert hatte. Der Gesamteinsatz (turnover) hatte sich auf 760 € summiert, die Anfangsbank war 200€.

5 der 38 der Wetten hatten verloren, 33 zu einer Wettquote von 1,25 gewonnen – dies heißt natürlich, es gab 33 mal den Einsatz (Bürgschaft) zurück. Der Gesamtgewinn summierte sich auf 65€.
Die Summe der verlorenen Einsäzte – ∑ ML [Geld verloren] – war 5 mal 20€ = 100€ und die Rentabilität berechnet sich wie folgt:

Rentabilität Formel - Beispiel

Nochmal zur Erinnerung…

Yield:

Yield Formel - Beispiel

Kapitalrendite:

ROI Formel - Beispiel

Die Wettquote war winzig: 1,25 und der Yield somit klein: nur 8,55%, die Rentabilität jedoch 65,0%.

5 der 38 der Wetten hatten verloren, 33 jedoch gewonnen – Hitrate: 86.8%!

Ich hoffe sehr, dass ich dem Leser beim Verständnis der 3 verschiedenen Kennzahlen (Yield, Kapitalrendite, Rentabilität), mit denen man seinen Wetterfolg messen kann, geholfen habe.

Wie immer, Danke für’s Lesen! Feedback und Kommentare sind jederzeit willkommen, und natürlich auch Share, Loves und Likes in sozialen Netzwerken 😉

Üben, üben, üben!
Yield, ROI (Kapitalrendite) und Rentabilität

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Last Update: 21 März 2017

Kategorien:Private Finanzen Sportwetten Lexikon Wettquoten Kalkulation



6 Responses to “Yield, ROI (Kapitalrendite) und Rentabilität”

  1. Nico
    13 Juni 2016 at 3:52 pm #

    Bei eurer ROI-Berechnung ist euch ein Fehler unterlaufen. Das Investment ist nämlich nicht das Geld, was man zur Verfügung hat, sondern was man insgesamt an Einsätzen getätigt hat. Somit ist der ROI bei einem Profit zwangsläufig bei über 100%.

    • Soccerwidow
      15 Juni 2016 at 7:57 am #

      Hi Nico, uns ist kein Fehler unterlaufen 🙂

      Stellt man seinen Gewinn den Einsätzen gegenüber, die man insgesamt getätigt hat, dann ist das der Yield.

      Es geht hier um Begriffsbildung. Viele Leute verwenden Yield, ROI, Profitabiltät synonym. Sind sie aber nicht!

      • Nico
        25 Juni 2016 at 12:57 pm #

        Mir ist durchaus bewusst, dass es sich um unterschiedliche Begriffe handelt.

        Yield = (Auszahlung – Einsatz) / Einsatz

        ROI = Auszahlung / Einsatz

        Was ihr meint, ist der ROC (Return on Capital)
        ROC = (Auszahlung – Einsatz) / Kapital

        • Soccerwidow
          28 Juni 2016 at 9:20 am #

          Das Problem ist der Begriff “Einsatz” (Stake) beim Wetten. Einsätze sind kurzfristige Bürgschaften, nicht verlorenes Geld.

          Yield = GV / Gesamteinsatz (alle Einsätze [Stakes])

          ROI = GV/ eingesetztes Kapital (Bank)

          ROI kann auch als ROC (Return on Capital) bezeichnet werden
          ROC = GV / eingesetztes Kapital (Bank)

          Für’s Wetten besonders interessant ist jedoch die Rentabilität (Profitabilität):
          Rentabilität = GV / verlorenes Geld (nur die verlorenen Einsätze, ohne die zurückerhaltenen Bürgschaften)

  2. jeff
    25 August 2016 at 9:06 pm #

    Kann also davon ausgehen das Variante B am erfolgreichsten langfristig sein wird weil es die höchste Rentabilität besitzt?

    Bzw welcher der 3 Werte ist am besten und aussagekräftigsten für das langfriste Wettgeschäft?

    • Soccerwidow
      26 August 2016 at 6:45 am #

      Hi Jeff,

      Aussagekräftig sind alle drei.

      Was den professionelle Wettfreund jedoch besonders interessiert ist:

      Eine möglichst hohe Rentabilität zu einem akzeptablen Yield

      Auch muss der erwartete Yield größer sein als die relative Standardabweichung.

      Wie sich das alles berechnet und in der Praxis angewendet wird, ist im Detail im Kurs erklärt.

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