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Fußballfakten der „anderen Art“ – Deutsche Bundesliga


Die Welt dreht sich beim Fußballfan um aktuelle News und Ergebnisse, es gibt jedoch ein paar „harte“ (statistische) Fakten in der deutschen Bundesliga, über welche der Fußballfan wahrscheinlich schon mal gestolpert ist, deren Interpretation er sich jedoch wahrscheinlich nicht wirklich bewusst ist.

Wer diese Fakten kennt, wird sich Bundesligaspiele mit anderen Augen ansehen. Denn so unglaublich es klingen mag, Ergebnisse von Fußballspielen können mit Statistik erklärt und vorausgesagt werden. Wenn auch nicht für ein spezifisches Wochenende, so doch für eine Saison.

Fakt #1: Die Verteilung der Heimsiege, Unentschieden & Gastsiege ähnelt sich jedes Jahr

German Bundesliga - 1x2 Verteilung 2010-11 to 2014-15Deutsche Bundesliga
1×2 Verteilung 2010-11 to 2014-15

Die nebenstehende Abbildung zeigt die Verteilung der Heimsiege, Unentschieden und Gastsiege in Prozent. Wir schauen uns diese mal etwas genauer an.

Die Saison mit der Zahl an geringsten Heimsiegen war 2012-13 (42,48%: 130 Heimsiege). Die meisten Heimsiege gab es 2013-14 und 2014-15 (47,39%: jeweils 145).

Der Durchschnitt (Mittelwert) von 5 Jahren deutsche Bundesliga ist 45,75% (700 Heimsiege in 5 Jahren, im Schnitt 140 Heimsiege pro Saison).

Man kann somit mit einer sehr hohen Sicherheit sagen, dass man jede Saison, d.h. auch in der laufenden 2015-16 Saison,

45,75% ± 3,26% (140 ± 10)

Heimsiege erwarten kann. Das heißt also, dass es in der 2015-16 Saison nicht weniger als 130 und nicht mehr als 150 Heimsiege geben wird.

Nimmt man den „Ausrutscher“ von 2012-13 raus, fällt die Voraussage erschreckend knapp aus:

45,75% ± 1,4% (140 ± 4)

Das heißt, man erwartet in der kommenden, und auch den vielen anderen kommenden Jahren zwischen 136 und 144 siegreiche Heimspiele in einer Saison.

Wie man das berechnet?

Ganz einfach! Unter Zuhilfenahme der Standardabweichung.

Man kann dies für die Unentschieden kalkulieren, und natürlich auch für die Gastsiege. Für Gesamttoreverteilungen und für weniger als/ mehr als X Tore Erwartungen, für absolut alles, was sich auszählen lässt und wo es genug Datensätze gibt.

Der Sportfreund wird (mit Erschrecken??) feststellen, dass sich die 1×2 Ergebnisse der Bundesliga jedes Jahr irgendwo um den Mittelwert der vorhergehenden 5 Jahre bewegen.

Selbstverständlich folgen die 1×2 Verteilungen an individuellen Wochenenden NICHT der Gesamtverteilung des Gesamtjahres. Für Wettfreunde wäre das einfach zu schön, um wahr zu sein!

Ein Wochenende hat nur 9 Spiele, ein Jahr 306. 306 ist statistisch eine Größe, mit welcher es sich rechnen lässt. Man kann an den Verteilungen (siehe obiges Bild) auch sehen, dass die Jungs tatsächlich „statistisch korrekt“ spielen. Klingt unglaublich, nicht?

Ich will niemandem die Freude nehmen, über das nächste Spiel/ Wochenende zu spekulieren und über „Form“, Spieler und Management zu diskutieren. Jedoch der „harte“ Fakt bleibt bestehen:

Am Ende einer Saison zählt man eine sehr voraussagbare Gesamtzahl an Heimsiegen, Unentschieden & Gastsiegen, jedes Jahr fast dieselbe Zahl!

Fakt #2: Jedes 2. Spiel endet anders als erwartet

Die Zahl der Heimsiege ist ein „harter“ Fakt:

45,75% ± 1,4% (140 ± 4 Heimsiege pro Saison)

Und selbstverständlich gilt dieser Fakt auch für diejenigen Heimspiele, bei denen das Team als Favorit zählt.

Unter einem Favoriten versteht man diejenige Mannschaft, bei denen das Publikum denkt, dass sie eine höhere Chance haben, das Spiel zu gewinnen als die gegnerische Mannschaft. Die Wettquote für den Favoriten ist niedriger als die Wettquote des Gegners.

So hat am 23.5.2015 beispielsweise Mönchengladbach gegen Augsburg gespielt, mit Wettquoten für Mönchengladbach von 1,57 und für Augsburg i.H.v. 7,30. Mönchengladbach war der eindeutige Favorit, das Spiel zu gewinnen.

Deutsche Bundesliga - Favorit Heimsiege in 5 JahrenDeutsche Bundesliga
Favorit Heimsiege in 5 Jahren (2010 bis 2015)

Zählt man die Spiele der letzten 5 Jahre Bundesliga (2010-11 bis 2014-15) aus, so gab es insgesamt 1.107 Spiele bei denen die Heimmannschaft der Favorit war (bei Buchmachern und beim Publikum).

Von diesen 1.107 Spielen, bei denen der gefühlte Favorit die Heimmannschaft war, siegte jedoch nur in 52,39% der Fälle die Heimmannschaft tatsächlich.

47,61% aller Spiele mit einem Favoriten zu Hause endeten entweder mit einem Unentschieden (23,67%) oder einem Gastsieg (23,94%). Dass hier die Emotionen von Fans verrückt spielen, ist kein Wunder!

Deutsche Bundesliga - Favorit Gastsiege in 5 JahrenDeutsche Bundesliga
Favorit Gastsiege in 5 Jahren 2010 bis 2015

Noch bedrückender sind die Zahlen, wenn man sich die Gastmannschaft anschaut, wenn diese als Favorit bewertet wurde.

Nur 47,04% der sogenannten Favoriten, die auswärts spielten, siegten tatsächlich.

Der „harte“ Fakt ist:

So gut wie jedes 2. Spiel endet anders als erwartet (gefühlt). Der Favorit gewinnt nicht!

Warum diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität?

Die statistische Erklärung ist einfach:

Wir haben weiter oben Fakt#1 [Verteilung der Heimsiege, Unentschieden und Gastsiege] besprochen. Pro Saison gibt es 45,75% ± 1,4% (140 ± 4 Heimsiege). Sehr selten mal mehr, und natürlich auch mal weniger. Diese Zahl ist jedoch jedes Jahr so gut wie die selbe! Selbst wenn eine der Mannschaften mal in einem Jahr besonders stark ist, oder eine andere durch den Boden fällt.

Der Sportfreund ist sich zwar dieser Statistiken wahrscheinlich (theoretisch) bewusst, hat diese jedoch gefühlsmäßig wohl eher nicht verinnerlicht, und daher ist die Enttäuschung Wochenende für Wochenende groß, wenn der Favorit wieder mal nicht gewinnt.

Fakt #3: Wetten auf den Favoriten lohnen nicht!

Sportfreunde, die gerne mal einen Tipp auf Favoriten abgeben (unter Favoriten verstehen wir, Teams mit einer Wettquote von 2,5 oder weniger), können sich anstrengen so viel sie wollen, sie werden am Ende der Saison (wenn sie Glück haben) mit plus/minus Null herauskommen, aber auf keinen Fall mit einem Überschuss.

Warum?

Deutsche Bundesliga - Wetten auf einen HeimsiegDeutsche Bundesliga – Wetten auf einen Heimsieg 2010 bis 2015

Schau‘ dir mal den Graphen etwas genauer an. Dies ist ein Graph, der visualisiert, was passiert wäre, hätte der Wettfreund in 5 Jahren Bundesliga bei jedem Spiel auf die Heimmannschaft getippt. Bis zu einer Wettquote von 2,5 wäre sein Gewinn plus/minus Null gewesen.

Erst ab einer Wettquote von 2,5 fängt der Graph an zu steigen. Warum?

Weil dann die Gastmannschaft als Favorit gefühlt wird und Sportfreunde mehr auf einen Gastsieg setzen als auf einen Heimsieg.

An dieser Stelle kommt nun das ökonomische Prinzip von Angebot und Nachfrage ins Spiel:

Buchmacher reduzieren die Wettquoten (Preise) für Favoriten. Ist beispielsweise die reelle Chance eines Teams 60%, das Spiel zu gewinnen und die Wettquote müsste 1,67 sein, gibt es die Wette im Markt für nur 1,6 (also für eine 62,5% Wahrscheinlichkeit).

Klingt nicht viel, macht aber auf Dauer einen großen Unterschied!

Buchmacher sind doch nicht blöd! Sie leben von Wetten. Sie können sich nie und nimmer leisten, falsch zu kalkulieren und Wettquoten zu Gunsten des Wettfreundes zu setzen.

Und der „normale“ Wettfreund, der Tippster? Da brauchen wir uns nichts vorzumachen, der tippt auf seinen Favoriten!

Der Buchmacher verdient Geld, der Sportfreund nicht.

Daher, Finger weg von Favoriten-Wetten, zumindest bei der deutschen Bundesliga! Egal, ob der Favorit zu Hause oder auswärts spielt.

Die obigen Fakten (und mehr) finden sich in unseren HDA Simulationstabellen. Der Sportfreund wird viel Information in den Tabellen und Graphen finden. Jedoch Achtung! Voraussetzung ist, dass man mit Irrglauben aufzuräumen bereit ist.

Man muss sich, um erfolgreich beim Wetten zu sein, vom Term „Form“ verabschieden, und sich ausschließlich auf die statistischen Fakten konzentrieren.

Dies klingt einfacher als es tatsächlich ist! Ich habe darüber im Artikel Des Wettfreundes allerschlimmster Feind: Emotionen! geschrieben.

Jedoch nur, und ich wiederhole, nur wer wirklich unemotional spielen kann, hat eine Chance mit Sportwetten erfolgreich zu sein. Falls man seine Emotionen jedoch nicht unter Kontrolle kriegt – dann besser… Finger weg vom Wetten! Ehrlich!


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Last Update: 20 August 2016

Kategorien:1x2 Wetten Statistik & Historische Daten Wettquoten Kalkulation



2 Responses to “Fußballfakten der „anderen Art“ – Deutsche Bundesliga”

  1. Der Duden
    26 September 2016 at 3:03 pm #

    Wieso schreibt Elena Bücher, wenn sie nicht mal der deutschen Sprache mächtig ist? Am laufenden Band wird in den Artikeln ein Deppenapostroph verwendet (z.B. über’s und auf’s). Zudem stellt Elena ihre mangelnden Deutschkenntnisse durch die Deppenleerzeichen zur Schau (z.B. Wett Prognose). Kein gebildeter Mensch vertraut jemanden, der offensichtlich ungebildet ist!

    • Soccerwidow
      27 September 2016 at 6:00 am #

      Hi Uwe,

      nur weil kein Editor mit einem Kamm durch das Kursbuch durchgegangen ist, mich dann gleich als ungebildet zu bezeichnen, ist echt kein faires Kommentar.

      Jedoch Punkt angenommen… da wir den Kurs gerade für den Druck vorbereiten, werden wir die Rechtschreibung im größtmöglichen Detail durchgehen.

      Das Apostroph wie z.B. über’s und auf’s verwende ich, weil es eigentlich ausgeschrieben heißt, „über das“ oder „auf das“… da ist der Duden falsch. 🙂

      Du darfst gern weiter den Kurs kommentieren, das hilft bei der Revision. Jedoch bitte mäßige deine Wortwahl.

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