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Lohnt es, Wettquoten zu berechnen? Sind Wettquoten immer fair?


Warum gibt es mehr Verlierer als Gewinner in den Sportwettenwelt?

Man darf sich nichts vormachen…. Die meisten Sportwetter verlieren mehr Geld als sie gewinnen.

Nur ganz wenigen gelingt es, überhaupt grüne Zahlen zu erreichen. Aber selbst diese (sehr!) kleine Gruppe von Leuten schafft es selten, wirklich nennenswerte positive Renditen zu erzielen. Und die Gruppe derjenigen, die ihren Lebensunterhalt mit Wetten verdienen, ist absolut winzig.

Möchtest du mehr gewinnen als verlieren? Erfolgreiches Sportwetten beruht auf einem tiefen Verständnis von Wettquotenberechnung.Collage aus Shutterstock Fotos: 3Dmask

Wettfreunde lernen auf die harte Tour, dass ihnen Wissen und Verständnis von Wahrscheinlichkeiten und Wettquotenkalkulation fehlt. Sie überschätzen permanent ihre eigenen Fähigkeiten, Chancen zu beurteilen und Ergebnisse vorherzusagen. Und der Effekt… Sportwetter verlieren mehr Geld als sie gewinnen. Rote Zahlen. Frustration. Höhere Wetteinsätze. Weitere Verluste… Reiche Buchmacher.

Buchmacher bleiben im Geschäft und gedeihen. Auf Kosten der Mehrheit der Spieler, die zwei perfekte Mängel in ihrem Denken besitzen:

Eine „Werde schnell reich“ – Mentalität,
welche im fortgeschrittensten Stand zu ‚Gier‘ umschlägt

und

Ein herrliches Maß an Unwissenheit, wenn es um die Berechnung von Wettquoten geht

Dieses menschliche Verhalten garantiert Buchmachern ihre Gewinne und ist verheerend für die Bankguthaben von Wettern. Kommt das jemandem bekannt vor?

Kenntnisse und Verständnis von Wahrscheinlichkeiten – Pflicht !

Um mit Sportwetten Geld zu verdienen, ist es nicht vermeidbar, die Wahrscheinlichkeit einer Wette zu berechnen und diese in einen Preis (Wettquote) umzuwandeln.

Vergleicht man dann die selbst berechneten Wettquoten mit den Preisen im Markt, wird der Wettfreund schnell feststellen, dass Buchmacherquoten eher selten ‚fair‘ sind. Buchmacher passen Wettquoten den Erwartungen der Öffentlichkeit an und optimieren Gewinne. Stinknormale Betriebswirtschaft. Man muss kein Genius sein, um diese Denkweise zu verstehen.

Hier ein Beispiel:

Der folgende Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus dem Value Calculator für das Bundesliga-Spiel am 07.03.2015 zwischen dem Hamburger SV und Dortmund.

Heim-Auswärts-Unentschieden Quoten für das Spiel Hamburger SV gegen Dortmund am 07.03.2015Screenshot von der Excel Kalkulationshilfe Ligaspiele mit H2H History:
Berechnung der Heim-Auswärts-Unentschieden Quoten für das Spiel Hamburger SV gegen Dortmund am 07.03.2015

Dortmunds Chance, dieses Spiel zu gewinnen, lag bei 41,18%. Dies bedeutete natürlich, dass der Hambuger SV eine 58,82% Chance hatte, eine Niederlage zu vermeiden (also ein Unentschieden zu spielen oder sogar zu gewinnen).

Selbst ohne dem H2H Korrekturfaktor… Dortmund hatte von ihren letzten 25 Auswärtsspielen nur 12 gewonnen, d.h. nur in 46% der Fälle.

Nun kann man natürlich als Dortmund-Fan sagen… ja, aber der Hamburger SV ist so ein schwaches Team im Vergleich…

Schaut man jedoch auf die Statistiken zwischen Hamburg und Dortmund der letzten 10 Jahre… Der Hamburger SV hatte 6 (von 11) Spielen gewonnen, also in 54,55% der Fälle. Es kann daher nicht wirklich gesagt werden, dass Dortmund nach Hamburg anreist, kommt, sieht, siegt und wieder abreist.

Nun zu den Wettquoten…

Die Höchstquote für Dortmund, das Spiel zu gewinnen, war 1,57, was einer 63,7%-igen Chance entsprach (1/1,57).

Jeder, der eine Wette auf Dortmund gesetzt hatte, hatte damit eine Wette zum Preis einer 63,7% Chance erworben, während in Wahrheit Dortmunds Chancen bei nur 41,18% lagen.

Selbst Nichtmathematiker sollten ausrechnen können…

Ich wette 10 mal auf ähnliche Konstellationen und tippe 10 mal auf einen Sieg der Auswärtsmannschaft wie in diesem Beispiel, Dortmund. Ich setze 10 mal 10 Euro auf einen Sieg… 6 mal verliere ich (Eintrittswahrscheinlichkeit eines Dortmund Sieges war nur 41,18%)… Ich werde also insgesamt 60 Euro verlieren. 4 mal werde ich jedoch gewinnen… also 4 x 5,70 € = 22,80 €.

Wer hat danach mehr in der Tasche. Ich, der Spieler, oder mein Buchmacher?

Das Spiel endete übrigens in einem 0:0 Unentschieden. Nicht wirklich „überraschend“.

Der Buchmacher hat die Nase vorn

Ohne ausreichende Kenntnisse und Verständnis von Wettquoten und Wahrscheinlichkeiten, gab es höchstwahrscheinlich zehntausende von Sportwettern, die auf Dortmund getippt hatten, den (lt. Bauchgefühl und Wettquote) eindeutigen Favoriten im Spiel. Wie massiv die Wettquote unterbewertet war, wird vielen Wettfreunden überhaupt nicht bewusst gewesen sein.

Leute, die nur nach Bauchgefühl und ohne Wahrscheinlichkeiten wetten, brauchen sich wirklich nicht zu wundern, warum sie im Laufe einer Saison mehr Geld verlieren als gewinnen.

Im Gegensatz dazu… Buchmacher streichen einen guten Gewinn aus Wetten dieser Art ein.

In diesem speziellen Beispiel, entspricht eine (Lay-)Wettquote von 1,57 für die Buchmacher einem mathematischen Vorteil von mehr als 250%! Das bedeutet, dass die Buchmacher durch solche Wettkonstellationen mehr als das 2,5fache ihrer Auszahlungen an die Wetter zurückerhalten.

Lieber Leser, bist du noch da?

Es ist von immenser Bedeutung zu verstehen, dass die Fähigkeit, Wahrscheinlichkeiten und Wettquoten zu berechnen, Gewinner von Verlierern unterscheidet. Nur derjenige, der Chancen berechnen kann, kann beurteilen, ob die Wettquote (Preis) über- oder unterberwertet ist (also ob sich Tippen lohnt oder nicht)


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Last Update: 10 April 2017

Kategorien:Lernzentrum Wettquoten Kalkulation



6 Responses to “Lohnt es, Wettquoten zu berechnen? Sind Wettquoten immer fair?”

  1. Dimitri
    9 Januar 2016 at 3:16 pm #

    Wie immer sehr gut erklärt.

    Diese Artikel und dein Value Bet Detector haben mir geholfen, zumindest mittelfristig keine Verluste zu machen – die Gewinne wurden immer dann verzockt, wenn die Emotionen den Blick getrübt haben. -.-

  2. Yavuz
    14 Januar 2016 at 4:30 pm #

    Hallo Fussballwitwe,

    ich möchte Sie kurz etwas zur ihrer beispielhaften Berechnung der Wettquoten aus dem „Value-Calculator“ für das Spiel Hamburg – Dortmund fragen.

    Sie haben dort die wahren Quoten 44,27 %(Hamburg) 41,18%(Dortmund) und 14,55%(Draw) errechnet. Wie können Sie auf wahre Quoten kommen, wenn Sie lediglich Statistiken eines Heim/Auswärtssiegs bzw. Unenschieden der letzten 25 Spiele und H2H heranziehen?

    Das sind doch nur zwei Faktoren, die in der Rechnung bei ihnen in die Quote mit einfließen.

    Was ist mit Form der Mannschaften, Stärke der besiegten Gegner, Verletzung und Spielerausfall, Motivation (Trainerwechsel, Wetter) usw.

    So einfach wie in dem Beispiel oben von Ihnen ist doch niemals eine Quotenberechnung. Ich wollte mir das Buch von Ihnen (Wettkurs) zulegen, weil mich interessiert, wie sie an die Berechnung für Mehr / Weniger als x Tore herangehen. Ich hoffe dort ist es nich so simpel, wie in ihrem Beispiel zum Dortmundspiel. Denn so einfach wie im obigen Beispiel ist es definitiv nicht, value zu identifizieren.

    Könnten Sie mir noch was zum obigen Beispiel sagen?

    Viele Grüße
    Cihan

    • Soccerwidow
      17 Januar 2016 at 8:44 am #

      Ganz so einfach, wie im Artikel dargestellt, ist Quotenberechnung wirklich nicht. Jedoch schätzt der Valuekalulator mit seinen 25 Heim- und Auswärtsspielen und Berücksichtigung der H2H Begegnungen die Chancen mit einer ungewöhnlich guten Genauigkeit ab.

      Form der Mannschaften & Stärke der Gegner… das ist 100% Statistik… einfach nur Auszählen. Der H2H Korrekturfaktor berücksichtigt die sehr gut.

      Verletzung, Spielerausfall… hat keinen Einfluss auf den Ausgang des einzelnen Spiel. Das ist ein Irrglaube, der in den News gelebt wird. Irgendwas müssen ja die Journalisten schreiben, um die Leser am Ball zu halten. Außerdem dient das immer als eine gute Ausrede, wenn ein Team nicht gewinnt.

      Motivation, Trainerwechsel… das ist wieder in den Statistiken enthalten… es ist daher verdammt schwer, die ersten 6 Wochen einer Saison korrekt zu berechnen, da man keine Daten nach der Spielpause hat.

      Wetter… dem wird mehr Einfluss zugeschrieben als es wirklich hat. Dies ist eine Variable, die weggelassen werden kann.

      Es ist übrigens echt nicht schwer, Value zu finden. Der Kurs erklärt dies im Detail.

  3. wolfie
    13 Juni 2016 at 2:33 am #

    „Wer hat danach mehr in der Tasche. Ich, der Spieler, oder mein Buchmacher?“

    Die Berechnung, die Sie für den Gewinn ausführen, ist schlicht und ergreifend falsch. Bei einer Quote von 1.57 bekommen Sie für 10 Euro Einsatz im Gewinnfall 15,70 Euro zurück. Das heißt, Sie haben also 6 x 10 = 60 Euro verloren, aber 4 x 15,70 = 62,80 Euro gewonnen. Ob Sie oder der Buchmacher nachher mehr Geld in der Tasche haben, hängt von den Gebühren ab, die der Buchmacher verlangt. Wenn sie die 2,80 Euro Nettogewinn übersteigen, dann der Buchmacher – sonst Sie. Im Mittel wahrscheinlich keiner.

    • Soccerwidow
      15 Juni 2016 at 8:07 am #

      Hi Wolfi,

      wenn ich zu einer Quote von 1,57 wette, und einer 40% Trefferquote… Klar, wenn ich gewinne, erhalte ich 15,70 Euro zurücküberwiesen, aber davon sind 10 € mein Einsatz, also mein eigenes Geld, was ich riskiert habe, und bei einer gewonnen Wette zurückkriege.

      Mach‘ mal nochmal die Rechnung:

      Ich verliere 6 x 10 = 60 Euro, erhalte jedoch nur 4 x 5,70 = 22,80 Euro zurück. Man muss echt kein Mathematiker sein, um auszurechnen, wie die Bank am Ende dieses Experiments aussieht. 😉

  4. wolfie
    17 Juni 2016 at 9:21 pm #

    Stimmt. Am Ende kriegt man von den 100 Euro Einsatz nur 4 x 15,70 = 62,80 zurück. Da hat der Buchmacher ordentlich gewonnen (wenn die Wettquoten tatsächlich so aussehen). Fast 40% Umsatzrendite würde ich das nennen… Zum Glück gibt es in der Wirklichkeit Konkurrenz zwischen verschiedenen Wettanbietern, ich schätze, da ist die Spanne nicht ganz so hoch. Lasse mich aber gerne eines anderen belehren.

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